Technische und organisatorische Maßnahmen
Stand: 22. Oktober 2026
Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)
Anlage zur Auftragsverarbeitungsvereinbarung
Stand: 22. Oktober 2026
1. Gegenstand und Reichweite
Diese Anlage beschreibt die für LUTSIO dokumentierten technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten gemäß Art. 32 DSGVO.
Die Maßnahmen betreffen die browserbasierte LUTSIO-Warenwirtschaft und die Verarbeitung der in den jeweiligen Softwarepaketen enthaltenen Geschäftsdaten.
Die Beschreibung beruht auf der dokumentierten LUTSIO-Architektur einschließlich der technischen Fassungen v0.41/v0.42 sowie den vom Betreiber bestätigten Betriebsmaßnahmen.
Diese Anlage ist weder ein Sicherheitszertifikat noch der Nachweis eines vollständigen Penetrationstests.
2. Zugang und Authentifizierung
Benutzerkonten werden durch individuelle Zugangsdaten geschützt.
Passwörter werden mittels PHP password_hash verarbeitet und mit password_verify geprüft.
Die Anwendung verwendet Maßnahmen zur Begrenzung von Anmeldeversuchen und zur Absicherung von Sitzungen.
Nach erfolgreicher Anmeldung werden Sitzungskennungen erneuert.
Die Sitzungsverwaltung verwendet nach der dokumentierten Konfiguration unter anderem HttpOnly, SameSite=Lax und Secure bei HTTPS.
Nach 60 Minuten Inaktivität wird der anwendungsseitige Sitzungszustand zurückgesetzt.
Änderungen an Zugangsberechtigungen, Kontosperren und sicherheitsrelevante Vorgänge werden durch serverseitige Prüfungen berücksichtigt.
Für neue Jahrespakete wird die bestätigte zwölfmonatige Berechtigung serverseitig geprüft. Nach Ablauf wird die reguläre Anwendungsnutzung gesperrt. Eine erneute Freischaltung erfolgt nur aufgrund einer ausdrücklich veranlassten und erfolgreich bezahlten Folgebuchung; die gesonderte Exportfrist und dokumentierte Löschzustände werden berücksichtigt.
Paketabhängige Mitarbeiter- und Teamfunktionen verwenden abgestufte Berechtigungen.
Eine Mehrfaktor-Authentifizierung wird nicht als nachgewiesene Standardfunktion zugesichert.
3. SQLite-Mandantentrennung und Berechtigungen
LUTSIO verwendet eine mandantenbezogene Datenarchitektur.
Die Geschäftsdaten der Unternehmenskunden werden in getrennten SQLite-Datenbanken verarbeitet.
Die dokumentierte technische Struktur verwendet Mandantendateien nach folgendem Muster:
data/tenants/tenant-ID.sqlite
Die Zuordnung der Geschäftsdaten erfolgt anhand des authentifizierten Benutzerkontos.
Serverseitige Berechtigungs- und Objektprüfungen schützen den Zugriff auf mandantenbezogene Geschäftsbelege, Dateien, Logos und Sicherungen.
Die verfügbaren Branchenfunktionen verwenden die jeweils zugeordneten Mandantendaten.
Verändernde Vorgänge werden durch geeignete serverseitige Prüfungen einschließlich CSRF-Schutz abgesichert.
Die reguläre Betreiberoberfläche gewährt keinen allgemeinen Zugriff auf fremde Warenwirtschaftsinhalte.
Die technische Mandantentrennung bedeutet jedoch keine grundsätzliche Unlesbarkeit für entsprechend berechtigte Personen mit Server- und Schlüsselkontrolle.
4. Verschlüsselung und Schlüsselverwaltung
Nach der dokumentierten Architektur werden SQLite-Datenbanken für die Speicherung als authentifiziert verschlüsselte AES-256-GCM-Snapshots abgelegt.
Die Verarbeitung erfolgt durch Öffnen der Datenbanken im Arbeitsspeicher.
Die Ableitung von Schlüsseln nach Datenkontext erfolgt mittels HKDF-SHA-256.
Zufällige Initialisierungswerte und Integritätsprüfungen dienen dem Schutz der gespeicherten Daten.
Firmenlogos, geschützte Dokumente und Backup-Nutzlasten werden über die vorhandenen Schutzmechanismen verarbeitet.
Ein Serverschlüssel wird außerhalb des öffentlich erreichbaren Webverzeichnisses aufbewahrt.
Eine Zero-Knowledge- oder Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird nicht zugesichert.
5. Übertragung und Eingabeschutz
Für die produktive Anwendung wird HTTPS/TLS verwendet.
Die produktive HTTPS-/TLS-Konfiguration wurde nach Betreiberangabe umgesetzt und geprüft.
Private Dateien und geschützte Verzeichnisse werden durch technische Zugriffsregeln abgesichert.
Die Anwendung verwendet Maßnahmen gegen unzulässige Datenbankzugriffe, insbesondere vorbereitete Datenbankabfragen.
Ausgaben werden gegen unerwünschte Interpretation von Benutzereingaben geschützt.
Der Editor und die Eingabeverarbeitung begrenzen die Ausführung nicht erlaubter aktiver Inhalte.
6. Integrität und Protokollierung
LUTSIO verwendet technische Maßnahmen zur Wahrung der Integrität von Geschäfts- und Systemdaten.
Dazu gehören je nach Funktion:
Datenbanktransaktionen
Eindeutige Beleg- und Buchungszuordnungen
Serverseitige Validierung
Berechtigungsprüfungen
Sicherheitsrelevante Protokollierung
Nachweise zu Vertrags- und Zustimmungsvorgängen
Dokumentation bestimmter Änderungen und Verwaltungsaktionen
Technische Protokolle werden nach der festgelegten Betriebsregelung maximal 30 Tage gespeichert, soweit keine rechtlich begründete Ausnahme greift.
Eine vollständige technische Unveränderbarkeit sämtlicher Protokolle wird nicht zugesichert.
7. Backups und Wiederherstellung
LUTSIO verwendet nach der dokumentierten Betriebsregelung wöchentliche serverseitige Backups.
Die Aufbewahrungsdauer beträgt 28 Tage.
Gesicherte Daten werden nach der dokumentierten Architektur durch Verschlüsselungsmaßnahmen geschützt.
Die Wiederherstellbarkeit und die erforderlichen Schlüssel- und Zugriffsprozesse wurden nach Betreiberangabe geprüft.
Wiederherstellungen müssen die Mandantenzuordnung und dokumentierte Löschzustände berücksichtigen.
Eine bestimmte Wiederherstellungszeit oder ein garantierter maximaler Datenverlust wird nicht zugesichert, sofern dies nicht gesondert vertraglich vereinbart wurde.
8. Datenexport, Rückgabe und Löschung
Mit dem dokumentierten Vertragsende wird die reguläre Anwendungsnutzung gesperrt. Anschließend wird für 30 Tage ein gesonderter, authentifizierter Datenexportzugang bereitgestellt.
Nach Ablauf dieser Frist wird auch der Exportzugang gesperrt und ein kontrollierter Löschprozess ausgeführt. Eine rechtzeitig ausdrücklich veranlasste und bezahlte Folgebuchung verwendet nur noch rechtmäßig vorhandene Konten und Mandantendaten weiter; bereits gelöschte Daten werden nicht automatisch reaktiviert.
Die vorgesehenen Löschzustände dienen dazu, unbeabsichtigte Reaktivierungen gelöschter Daten durch Wiederherstellungen zu vermeiden.
Serverseitige Backups werden nach der festgelegten Aufbewahrungsdauer von 28 Tagen aus dem regulären Sicherungsbestand entfernt.
Nicht übernommene Testaccounts werden nach Ablauf der siebentägigen Testphase entsprechend dem vorgesehenen Löschverfahren behandelt.
Technische Protokolle werden maximal 30 Tage aufbewahrt, soweit keine zulässige Ausnahme besteht.
Gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrungen eigener Vertrags- und Abrechnungsunterlagen bleiben unberührt.
9. Hosting und organisatorische Maßnahmen
Die Anwendung wird nach Betreiberangabe über IONOS Webhosting Plus auf Servern in Deutschland betrieben.
Ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit IONOS besteht nach Betreiberangabe.
Die physische Sicherheit der Hostinginfrastruktur und der Einsatz weiterer Unterauftragnehmer richten sich nach den entsprechenden vertraglichen und organisatorischen Regelungen des Hostinganbieters.
Für den eigenen Verantwortungsbereich werden insbesondere folgende Maßnahmen berücksichtigt:
Beschränkung administrativer Zugänge
Vertraulichkeitspflichten
Berechtigungsverwaltung
Kontrolle sicherheitsrelevanter Änderungen
Sicherheitsaktualisierungen
Behandlung technischer und datenschutzrechtlicher Vorfälle
Prüfung von Backup- und Wiederherstellungsprozessen
Kontrolle von Dienstleistervereinbarungen
10. Fortlaufende Prüfung
Die beschriebenen Maßnahmen wurden nach Betreiberangabe eingerichtet und in den dafür vorgesehenen Betriebsabläufen geprüft.
Die Schutzmaßnahmen werden entsprechend dem technischen Fortschritt und den tatsächlichen Risiken überprüft und bei Bedarf angepasst.
Die Nutzung eines bestimmten Datenbanksystems oder Verschlüsselungsverfahrens begründet für sich allein keine Garantie vollständiger Datensicherheit oder gesetzlicher Konformität.
Die jeweils aktuelle TOM-Fassung ist Bestandteil der für die Auftragsverarbeitung geltenden Dokumentation.
